Eurozone: Eine weitere Enttäuschung bei Ifo&Co?
Ifo&Co sind im September hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Drohen im Oktober
weitere Enttäuschungen? Wir gehen davon aus, dass die auf Umfragen basierenden
Frühindikatoren in den nächsten Monaten weiter steigen werden, wenn auch weniger
stürmisch als noch im Sommer. In den USA werden die Daten zu den Baubeginnen und
Baugenehmigungen bestätigen, dass die Bauproduktion den Boden gefunden hat und
das US-Wachstum von dieser Seite nicht mehr gedämpft wird.
Das Ifo-Geschäftsklima hatte im September enttäuscht. Das lag zum einen daran, dass sich die
Stimmung der Unternehmen nicht im gleichen Maße verbessert hat wie in den Monaten zuvor.
Zum anderen hatten viele Monate mit überraschend starken Daten die Erwartungen der
Volkswirte nach oben geschraubt. Wenn unsere Prognose richtig ist, dass sich das Wachstum
nach einem starken zweiten Halbjahr normalisiert, werden die auf Umfragen basierenden
Frühindikatoren in den kommenden Monaten zwar schwächer steigen. Die Tendenz wird aber
weiter noch oben weisen. Denn in der Vergangenheit war ein enger Gleichlauf von Ifo&Co mit
der Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes gegenüber Vorjahr zu beobachten, und diese
wird in den kommenden Quartalen deutlich steigen.
Vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage dürfte sich noch deutlich verbessern. Bei den
Erwartungen dürfte die Luft dagegen dünner werden. Die eine oder andere Enttäuschung wird
kaum zu vermeiden sein. So beruht unsere Prognose eines Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas im
Oktober von 91,3 auf 93,0 (Konsens: 92,0) vor allem auf der Annahme einer deutlich
verbesserten Lagebeurteilung. Auch bei den Einkaufsmanagerindizes sollte sich die günstigere
wirtschaftliche Entwicklung widerspiegeln. So erwarten wir, dass der Einkaufsmanagerindex für
das Verarbeitende Gewerbe die Expansionsschwelle von 50 erreicht (Konsens: 50,0). Auch der
Index für das Dienstleistungsgewerbe, der bereits im September in den expansiven Bereich
zurückgekehrt ist, sollte weiter zulegen (Commerzbank-Prognose und Konsens: 51,5).
USA: Wende beim Wohnungsbau
Die privaten Investitionen in den Wohnungsbau haben das Wachstum vierzehn Quartale in
Folge belastet. Jetzt zeichnet sich allerdings eine Stabilisierung ab. Die Baubeginne ziehen seit
Jahresanfang wieder an. Für den September erwarten wir einen minimalen weiteren Anstieg auf
600 Tsd Einheiten (Konsens: 607 Tsd). Damit lägen die Baubeginne im dritten Quartal mehr als
zehn Prozent über dem im zweiten Vierteljahr erreichten Niveau. Die Wohnungsbauinvestitionen
könnten damit sogar einen leicht positiven Beitrag zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts
liefern. Die Korrektur beim Wohnungsbau scheint beendet.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 30. Juli 2010 (Großhandelsumsatz im 2. Quartal) 30. Juli 2010 (Einzelhandelsumsätze für Juni) 29. Juli 2010 (Arbeitslosenzahlen für Juli) 28. Juli 2010 (DIW Konjunkturbarometer für Juli) 28. Juli 2010 (Verbraucherpreise für Juli) 27. Juli 2010 (GfK-Konsumklima-Index für August) 27. Juli 2010 (Außenhandelspreise für Juni) 26. Juli 2010 (Im- und Exportpreise für Juni) 23. Juli 2010 (ifo Geschäftsklima Index für Juli) 23. Juli 2010 (Daten zum Bauhauptgewerbe für Mai)