Deutschland: Drehen jetzt auch die "harten" Daten?
In der kommenden Woche könnten in Deutschland auch von den harten Daten erste
handfeste Signale für ein Ende der Rezession kommen. Die Auftragseingänge in der
Industrie dürften im Mai deutlich zugelegt haben. Auch die Produktion wird wohl bald
ihren Tiefpunkt erreichen, selbst wenn es im Mai noch einmal ein leichtes Minus gegeben
haben könnte.
Die Stimmungsindikatoren haben in den vergangenen Monaten nach oben gedreht-nicht aber
die „harten“ Konjunkturindikatoren. So haben sich die deutschen Auftragseingänge nach dem
Absturz im Winterhalbjahr im März und April lediglich stabilisiert.
Aber die nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden Mai-Auftragseingänge sollten
deutlich gestiegen sein. Denn bei der Umfrage des Ifo-Instituts haben die Unternehmen in den
vergangenen Monaten die Entwicklung der Nachfrage wieder deutlich weniger negativ
eingeschätzt als noch um die Jahreswende. In der Vergangenheit bewegte sich diese
Komponente des Ifo-Geschäftsklimas weitgehend parallel zu der Vorjahresrate der
Auftragseingänge, die sich also in den kommenden Monaten deutlich verbessern sollte. Wir
gehen davon aus, dass dieser Prozess im Mai begonnen hat; im Vergleich zum April rechnen wir
mit einem Anstieg der Auftragseingänge um 3%.
Dabei wird der Impuls kaum von den Investitionsgütern kommen, wie auch die eher
enttäuschenden VDMA-Maschinenbauaufträge zeigen, die gegenüber dem Vormonat einen
weiteren Rückgang zeigen. Stattdessen dürfte zunächst der Lagerzyklus drehen, d.h. die
Unternehmen beginnen, ihre nach dem Unsicherheitsschock stark zurückgefahrenen Lager an
Vorprodukten wieder aufzufüllen.
Auch wenn die Aufträge im Mai voraussichtlich bereits nach oben gedreht haben: Für die
Produktion ist eher noch einmal mit einem leichten Minus von 0,5% gegenüber April zu rechnen.
Denn unser auf Basis der Auftragseingänge der vergangenen Monate berechneter Trendwert
zeigt an, dass die Produktion im April immer noch nicht vollständig an die seit vergangenem
Herbst deutlich gefallenen Auftragseingänge angepasst war. Aber auch hier ist der
Boden wohl nicht mehr fern. Spätestens im dritten Quartal dürfte die Produktion wieder zulegen.
USA: Außenhandel schrumpft
Das amerikanische Außenhandelsdefizit hat sich in den letzten beiden Jahren mehr als halbiert,
was vor allem an einem Einbruch der Importe lag. Im Mai dürfte das Handelsbilanzdefizit aber
wieder auf 32 Mrd Dollar steigen (Konsens -31 Mrd). Grund hierfür ist der steigende Ölpreis.
Denn im Mai kostete importiertes Rohöl durchschnittlich 54 US-Dollar per Barrel, 13% mehr als
im April.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 10. März 2010 (KfW Mittelstandsmonitor 2010) 10. März 2010 (Leistungsbilanz für Januar) 10. März 2010 (Verbraucherpreise für Februar) 09. März 2010 (Umsatzindex im Vearbeitenden Gewerbe für Januar) 09. März 2010 (Insolvenzen im Jahr 2009) 08. März 2010 (Industrieproduktion für Januar) 08. März 2010 (sentix Konjunkturindex für März) 05. März 2010 (Auftragseingänge der Industrie für Januar) 03. März 2010 (Einkaufsmanagerindex nicht-verarbeitendes Gewerbe für Februar) 02. März 2010 (Pkw-Neuzulassungen für Februar)