03. Juli 2009, 10:29
Keine neuen Impulse
Da der Markt derzeit wohl kein anderes Thema hat, leidet der Dollar unverändert unter der
Diskussion über seine Rolle als Weltreservewährung. Angesichts der Datenflaute in der
nächsten Woche dürfte sich dies kaum ändern. Nur gegenüber dem Yen dürfte er wohl
zulegen, da dieser durch den hohen Kapitalabfluss aus Japan belastet wird.
Die Lage bei EUR-USD hat sich in der letzten Woche kaum verändert. Es herrschte weiterhin
leichter Aufwärtsdruck, und die Obergrenze der Handelsspanne zwischen 1,38 und 1,4150
wurde kurzzeitig überschritten. Noch immer leidet der Dollar unter der Diskussion, ob er seinen
Status als Weltreservewährung einbüßen könnte. Zuletzt belasteten Forderungen aus China,
das Thema auf die Tagesordnung des G8-Treffens in der nächsten Woche zu setzen, auch
wenn diese später wieder zurückgenommen wurden. Dass die Diskussion an der Realität vorbei
geht, zeigte die neueste Statistik des IWF zur Aufteilung der Reserven. Danach ist im
ersten Quartal 2009 der Anteil des Dollar an den Reservebeständen noch einmal gestiegen (von
64,1% auf 65%). Jüngste Daten belegen zudem, dass auch der Rückgang der Reservebestände
insgesamt (unter dem der Dollar als wichtigste Reservewährung natürlich überproportional litt)
nur von kurzer Dauer war. Mittlerweile sammeln die Zentralbanken wieder Reserven an. Die
Dollarschwäche hat zumindest aus dieser Perspektive nur psychologische Gründe. Dass dieses
Thema am Markt noch nicht verdrängt wurde, liegt wohl an fehlenden Alternativen. Wir rechnen
jedoch damit, dass sich der Blick zunehmend auf die Zeit nach der globalen Rezession richten
wird. In der kommenden Woche wird es dafür von Seiten der Konjunkturindikatoren allerdings
keine Impulse geben, da nur wenige Daten auf dem Veröffentlichungskalender stehen.
USD-JPY befindet sich aktuell wieder am oberen Ende seiner Handelsspanne zwischen 95 und
97. Im Verhältnis zum Dollar spielen Änderungen des Risikoappetits kaum eine Rolle, da beide
Währungen gleichgerichtet auf entsprechende Änderungen reagieren. Vielmehr scheinen es die
japanischen Anleger zu sein, die den Yen zunehmend belasteten. So nahmen die japanischen
Käufe ausländischer Bonds zuletzt kräftig zu. Hellt sich die Stimmung an den
internationalen Finanzmärkten weiter auf, dürfte die Suche japanischer Anleger nach Rendite
ebenfalls weiter zunehmen. Inländische Investments werden eher unattraktiv bleiben, da noch
lange nicht mit Zinserhöhungen durch die Bank of Japan zu rechnen ist. Deshalb gehen wir
davon aus, dass USD-JPY demnächst nach oben aus seiner Spanne ausbrechen wird.
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