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Donnerstag, 11. März 2010  Mail-Kontakt   Impressum
Deutschland
Rentenmarktkommentar
HSH


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03. Juli 2009, 10:29

USA - Datenkalender
Heute keine Veröffentlichungen oder Termine
Eurozone - Datenkalender
9:45 IT PMI Dienstleistungen Jun. 42.9 42
9:50 FR PMI Dienstleistungen Jul. 47.5 47.5
9:55 GE PMI Dienstleistungen Jul. 44.3 44.3
10:00 EC PMI Dienstleistungen Jul. 44.5 44.5
11:00 EC Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %) May. -0.1 / -2.7 0.2 / -2.1

Highlights
Pflanzen geht der Dünger aus
Covered Bond Ankaufprogramm der EZB ohne Überraschung
Liquiditäts- oder Eigenkapitalproblem?

Markttechnik
Der Bund Future hat es gestern auf Schlusskursbasis geschafft, den massiven Widerstand bei 121,55 zu überwinden. Somit ist er wieder in seinen alten Seitwärtstrendkanal zwischen 121,55 und 124,40 eingedrungen und das bei intaktem Aufwärtstrend, der heute 121,11 und 122,26 verläuft. Insgesamt hat er sich damit erhebliches neues Aufwärtspotenzial verschafft. Selbst ein Anstieg in Richtung 124,40 ist nun möglich. Bevor er jedoch in diese Richtung startet, ist von einer Konsolidierungsphase auszugehen, denn einige technische Indikatoren weisen negative Divergenzen auf. Der RSI droht, in den nächsten Tagen zu überhitzen, und die Stochastik steht schon seit Tagen vor einem Verkaufssignal. Daher sollte die Konsolidierung heute beginnen.
Der MACD-Indikator ist weiterhin von einem Signal entfernt.
Der 14-Tage-RSI beginnt ganz langsam, sich zu überhitzen.

Marktkommentar
Den grünen Sprösslingen ist gestern der Dünger ausgegangen. Der US Arbeitsmarktbericht hat die Marktakteure auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Träume von einer baldigen konjunkturellen Wende haben einen Dämpfer erhalten, wobei das nach den ganzen Stimmungsberichten und Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt keine besondere Überraschung hätte sein sollen. Zumindest sollte den Marktteilnehmern nun klar sein, dass vom privaten Verbrauch keine Wachstumsimpulse ausgehen werden. Vielmehr kann man sich schon glücklich schätzen, wenn er das Wachstum nicht negativ beeinflusst. Aufgrund des großen Anteils des privaten Verbrauchs am BIP wird das Wachstum in den USA in den kommenden Quartalen schwach bleiben, denn der Arbeitsmarkt wird sich als nachlaufender Indikator in den kommenden Monaten kaum berappeln. Es ist nur noch eine Frage von einigen Monaten bis die Arbeitslosenquote zweistellig wird. Da half es auch nichts, dass die Auftrageingänge etwas stärker anstiegen als erwartet, wobei der Vormonat allerdings auch nach unten revidiert wurde. Dass die Kursgewinne der US-Treasuries nicht noch stärker ausgefallen sind, ist der kommenden Woche geschuldet. Das US Treasury wird sich nämlich wieder mit 73 Mrd. USD in TIPS, Notes und Bonds bedienen. Das Emissionsvolumen ist zwar geringer als in den vergangenen Wochen. Doch so richtig attraktiv erscheinen 10jährige Notes bei 3,50% und 30jährige Bonds bei 4,32% nicht.

Die Musik spielt wegen des Feiertags in den USA heute in Europa. Die Pressekonferenz nach der Sitzung des EZB-Rats brachte wenig Neues. Die Geldpolitik ist weiterhin angemessen. Maßnahmen, die über den Ankauf von Covered Bonds oder die Bereitstellung von Liquidität hinausgehen, sind derzeit nicht in der Pipeline, obwohl EZB-intern wohl über eine direkte Versorgung der Wirtschaft mit Liquidität nachgedacht wird. Die Banken scheinen derzeit auch weniger ein Liquiditätsproblem zu haben, denn der Blick auf die Passivseite der EZB-Bilanz verrät, dass dort reichlich Liquidität von Banken geparkt wird. Diese scheinen die negative carry aus Aufnahme von Zentralbankgeld und geringer Verzinsung billigend in Kauf zu nehmen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Dass die Kreditvergabe trotz Liquiditätsbereitstellung stockt, kann zwei Ursachen haben: Zum einen könnten die Finanzdienstleister fürchten, dass die anhaltende Krise zu zusätzlichen Abschreibungen führt und damit die häufig alles Andere als üppige Eigenkapitalausstattung weiter Schrumpfen lässt. Zum anderen muss man sich Gedanken über eine fristenkongruente Finanzierung von ausgereichten Neukrediten machen. Was passiert bspw., wenn die Jahrestender nicht mehr verlängert werden und der Interbankenmarkt nicht in Gang kommt bzw. die Refinanzierung über ungedeckte Papiere nur zu horrenden Spreads möglich ist? In der aktuellen Situation wird es keine Bank riskieren, Finanzierungslücken zu haben.
Nächste Woche geht die erste Runde des Ankaufs von Covered Bonds los. Die Kriterien für in Frage kommende Emissionen sind weiterhin weit gefasst, so dass fast alles geht. Da nur acht Prozent von der EZB direkt gekauft wird, haben die nationalen Notenbanken viel Ermessensspielraum. Datenseitig wird es keine Impulse geben. Die Erwartungen an den G8-Gipfel am Wochenende sollten nicht zu hoch angesetzt werden. Es ist zwar der Begriffe „neue Finanzmarktordnung“ als Ziel gefallen, doch sollte das nicht schon beim letzten Treffen das Ziel sein. Hoffentlich kommt man bei dem Themenkomplex „Regulierung“ ein Stück weiter. Insgesamt erwarten wir einen sonnig-schwülwarmen Wochenausklang und eine Seitwärtsbewegung.




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