03. Juli 2009, 10:30
Mit zunehmender Risikoaversion kam der EUR gegen wichtige Währungen unter Druck.
Dass sich die Hoffnungen auf eine baldige konjunkturelle Wende in den USA wegen des
schwachen Arbeitsmarktberichts einen Dämpfer erhielten, interessierte am Devisenmarkt
niemanden. Die wirtschaftlichen Perspektiven Europas werden wohl immer noch
schlechter eingeschätzt als diejenigen der USA, obwohl über Kalifornien (wieder einmal)
die Geier kreisen. Einen kleinen Anteil an dem nachgebenden EUR hatte wohl auch die
Pressekonferenz der EZB, weil EZB-Chef Trichet darauf verwies, dass das Wachstum in
der Eurozone erst im Laufe des nächsten Jahres anziehen werde. Immerhin konnte sich
der EUR im Laufe des asiatischen Handels wieder stabilisieren und sogar die
1,40 EUR/USD leicht überschreiten.
Größere Bewegungen wird es am Devisenmarkt heute nicht geben. Es fehlen die Impulse,
zumal in den USA mit dem Independence Day Feiertag ist. Dass von dem Treffen
der G8 am Wochenende Impulse für die Währungsentwicklung ausgehen werden, ist zu
bezweifeln.
Das GBP profitierte gestern von Meldungen, nach denen sich die Kreditvergabekonditionen
langsam verbessern würden. Die diversen QE-Maßnahmen der BoE zeigen also
Wirkung, die der Realwirtschaft in den nächsten Monaten auf die Beine helfen könnte.
Damit rückt die Parität zum EUR langsam in weite Ferne.
Vertreter der Schweizer Nationalbank betonten gestern einmal mehr, dass Devisenmarktinterventionen
vorgenommen werden, wenn der CHF erneut zur Stärke neigt. Dass
das keine leere Drohung ist, haben die Marktteilnehmer bereits mehrfach erfahren dürfen.
Die Riksbank hat gestern erneut und dieses Mal überraschend den Leitzins um 25 Bp
auf nunmehr 0,25% gesenkt. Sie trage damit den jüngsten Konjunkturdaten Rechnung,
nach denen eine noch expansivere Geldpolitik nötig sei. Gleichzeitig wurde angedeutet,
dass der Leitzins auch in 2010 auf niedrigem Niveau bleiben werde. Das setzt jedoch
voraus, dass die Inflation nicht anzieht. Diese Maßnahme blieb nicht ohne Wirkung auf
die SEK. Sie ist der Tagesverlierer gegen alle wichtigen Währungen.
Außerdem sollten die ganzen rohstoffabhängigen Währungen in den kommenden Tagen
im Auge behalten werden, denn die Auswirkungen des schwachen US-Arbeitsmarktberichts
können diese Währungen treffen. Sollte sich die Einschätzung durchsetzen, der
jüngste Anstieg der Rohstoffpreise sei aufgrund der doch noch unsicheren Wachstumsperspektiven
der Weltwirtschaft zu stark ausgefallen, die Rohstoffpreise müssten eher
wieder fallen, sollte das gerade die rohstoffabhängigen Währungen unter Druck bringen.
Erste Auswirkungen sind bei USD/ZAR bereits zu erkennen.
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